ornitho.de ist online – Komfortable Meldeplattform für Vogelbeobachtungen aus Deutschland

Was lange währt wird gut und darf von jetzt an für alle interessierten Vogelbeobachter genutzt werden. Soeben ist die Schwesterplattform der sehr erfolgreichen Schweizerseite www.ornitho.ch auch für Beobachtungen in Deutschland online: www.ornith.de!

Mit seinem Konzept der Onlineverwaltung von Vogelbeobachtungen ist dem schweizer Entwickler Gaëtan Delaloye ein grosser Wurf gelungen. Nach dem Start und den sehr positiven Erfahrungen mit ornitho.ch (aktuell über 7200 eingeschriebene Nutzer und seit 2006 über 4’000’000 eingegebenen Meldungen) und der erfolgreichen Übernahme des Konzeptes in anderen Ländern (Italien, Fankreich), ist mit Deutschland ein wichtiger und grosser Partner in die ornitho-Familie dazugekommen. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zeichnet für die Führung von ornitho.de verantwortlich und es ist zu wünschen, dass dieser Seite in Kürze ein Erfolg mit vielen neuen Nutzern und Meldungen beschieden ist.

Zahlreiche gute Ornithologinnen und Ornithologen und Gebietskenner stehen landesweit als regionale Koordinatoren und Moderatoren im Einsatz. Sie kontrollieren die eingehenden Meldungen auf ihre Vollständigkeit und Plausibilität und sorgen damit für eine möglichst fehlerfreie Datenbank. Ferner bieten sie damit auch weniger erfahrenen Beobachtern eine fachliche Unterstützung an, z. B. in Bestimmungsfragen.

Auflistung persönlicher Beobachtungen

Neben dem komfortablen Eingeben von ornithologischen Beobachtungen (sogar punktgenau auf Landeskarten) und dem Hochladen von (Beleg-)Fotos seien hier auf die umfangreichen Abfragemöglichkeiten von Avidaten aufmerksam gemacht. Ganz abgesehen davon bleiben die persönlichen Beobachtungsdaten gespeichert, überall abrufbar und v. a. in verschiedenen Formaten exportierbar. Die Auflistung der Beobachtungen ist auf mehrere Arten möglich. Hochgeladene Fotos sind der einzelnen Meldung angehängt und erscheinen automatisch auch in einer übersichtlichen Galerie. Auch Audiodateien (bis zu 1 MB) können hochgeladen werden.

Die Anmeldung ist schnell und einfach. Beim Starten von www.ornitho.de wird auf der Einstiegsseite gefragt, ob Sie mitmachen wollen. Klicken Sie auf „Ja“ und es öffnet sich eine Unterseite, wo alle persönlich relevanten Informationen eingegeben werden müssen.

Ornitho ist international. Wie bei den nachstehenden Karten der aktuellen Kranich-Beobachtungen in Deutschland, Italien und in der Schweiz kann bei allen Vogelarten länderübergreifend die geografische Verbreitung oder das Zuggeschehen mitverfolgt werden. Quellen: www.ornitho.ch und www.ornitho.it

Weitere Informationen und ein Interview mit dem Verantwortlichen des DDA für ornitho.de (Johannes Wahl) finden Sie auf der Seite des Arbeitskreises Göttinger Ornithologen.

Viel Freude!

Im Wattenmeer Schleswig Holstein — eine ornithologische Reise berührt Körper, Seele und Geist

Alpenstrandläufer, 16.10.11, Nordstrand (Foto S. Trösch)

Die 1000km-Anreise mit dem Auto von Schaffhausen in den Norden Deutschlands ist schnell vergessen: atemberaubende Weiten, Wolkenvielfalt am hohen nordfriesischen Himmel, unglaublich gute vom Atlantik herangeführte Luft und das Wattenmeer im Wechsel der Gezeiten — wir sind sprachlos ob der Fülle, Farben und Formen, die uns auf unseren täglichen Exkursionen zwischen 11. und 19. Oktober 2011 berührt und beglückt haben. Natur und die hier lebenden Menschen wirken authentisch. Seit jeher stehen sie in enger, existenzieller Verbindung zueinander, im ständigen Bewusstsein, dass das Meer unverhofft über sie wieder hereinbrechen und die riesigen Deichanlagen mit ihren Schutzdämmen entlang der Küste versagen könnten. Wir begegnen freundlichen und wachsamen Menschen mit klarem Blick und schneller Sprache. Die Häuser, in denen sie leben, wohnen und arbeiten, sind sehr schmuck, in ihrer Gestalt ähnlich und voller Tradition. Der rote Backstein als Fassade dominant, im komplementären Wechselspiel zur grünen Landschaft wunderschön in sie hineinpassend und da und dort Reetdächer von vergangener Baukultur zeugend.

Unsere gewählte Basis auf der (ehemaligen) Insel Nordstrand (neben dem Beltringharder Koog) hat sich geografisch als sehr vorteilhaft erwiesen, die kleine 3-Zimmerwohnung bei der Gastgeberfamilie Hansen als Glücksfall (↑↑ Ferienwohnung Familie Hansen). Nur schon der erste  Blick aus unserer gemütlichen Gästewohnung in der Damm-Chaussee auf die nahen Felder lässt auch das ornithologisch berührte Herz höher schlagen, wenn über Tausend Goldregenpfeifer und Kiebitze sowie überhinfliegende Brachvögel und Weisswangengänse unser morgendliches Frühstück begleiten. Bei bestem Herbstwetter (mehrheitlich starke Winde aus westlicher Richtung mit 4-8 Beaufort und Temperaturen um bis zu 17°C, drei Tage mit Ostwind und frischen Temperaturen, gelegentlich etwas Regen) versuchten wir mit täglichen Exkursionen das Gebiet kennenzulernen und wagten uns auch auf Inseln (Helgoland, Amrum) vor. Unser Programm:

10.10.2011 – Anreise von Schaffhausen mit dem Auto und 2 Fahrrändern auf dem Dach
11.10.2011 – Nordstrand (Elisabeth-Sophien Koog, Morsum Koog, Hamburger Deich)
12.10.2011 – Beltringharder Koog, Hamburger Hallig
13.10.2011 – Heverstrom, St. Peter Ording, Westerhever
14.10.2011 – Helgoland (Überfahrt von Büsum aus)
15.10.2011 – Helgoland
16.10.2011 – Nordstrand,
17.10.2011 – Amrum
18.10.2011 – Nordstrand, Husum, Beltringharder Koog
19.10.2011 – Beltringharder Koog, Hauke-Haien Koog
20.10.2011 – Rückfahrt, 1000km, 11 Stunden

Goldregenpfeifer, Nordstrand, 11.10.11 (Foto S. Trösch)
Westerhever, St. Peter Ording, 13.10.11 (Foto S. Trösch)
Nordstrand, Fulehörn, 16.10.11 (Foto S. Trösch)
Weisswangengänse, 16.10.2011, Nordstrand (Foto S. Trösch)

Unser bisheriges ornithologisches Verständnis wurde angesichts der angetroffenen Vielfalt und Fülle durcheinandergebracht. Unsere Gewohnheit, Vögel in heimatlichen Gefilden einzeln, in Gruppen oder kleineren Schwärmen zählen zu können, blieb am Wattenmeer schon bald auf der Strecke. Wir lernten schnell in 50er oder 100er Einheiten zu schätzen, verbunden mit der Gewissheit, dass auf Grund der Distanzen oft nur ein Teil gesehen/erfasst werden konnte, viele (Klein-)Vögel auch unbestimmbar blieben.

Von rund 110 beobachteten Vogelarten waren die Kleinvögel eher spärlich vertreten, das Blässhuhn sahen wir erstmals am vorletzten Tag, umgekehrt waren Gänse, Kiebitze und Goldregenpfeifer allenorten präsent. Die Reise bescherte auch einige neue Vogelarten, wie z. B. Schwalbenmöwe, Skua (verletzter Vogel an der Küste Nordstrand), Ringelgans, Trottellumme, Ohrenlerche, Strandpieper und Berghänfling. Die vollständige Artenliste und der Exkursionsbericht kann demnächst hier heruntergeladen werden.

Nachstehend ein ausführlicher Bilderbogen dieser für uns aussergwöhnlichen Reise an die Nordsee. Siehe auch Direktlink in Flickr. Die Diashow kann bildfüllend gesehen werden. Bitte rechts unten in der Diashow das entsprechende Vergrösserungszeichen klicken und für die Bildlegende oben rechts auf „Info anzeigen“.