4. Brutvogelkartierung im Bodenseegebiet angelaufen

Nach 1980-1981, 1990-1992 und 2000-2002 werden in den Jahren 2010/2011 zum vierten Mal im gesamten Bodenseegebiet auf rund 1200 km² die Brutvögel kartiert. Unter der aktiven Mitwirkung von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB) ist jetzt Ende März mit der Erfassung von singenden Vögeln begonnen worden, mit weiteren vier Begehungen/Erfassungen bis Ende Mai/anfangs Juni. Die Methodik basiert auf der Erfassung aller revieranzeigenden Vögel innerhalb eines 2x2km grossen Quadrates (Linientaxierung), in dem nach fünf Kartierungsgängen (März-Mai) alle Biotope und rund 50% der Gesamtfläche von 4 km² erfasst worden sind. Der Bestand jeder registrierten Vogelart wird danach auf die Gesamtfläche hochgerechnet, wobei auf die unterschiedlichen Reviergrössen, das relative Vorkommen in Biotopen und die Gesangsintensität der einzelnen Arten geachtet werden muss.

Die Ergebnisse der Kartierungen 1980-81 und 1990-92 wurden in den Avifaunen „Die Vögel des Bodenseegebietes“ (SCHUSTER et al. 1983, und HEINE et al. 1998/1999) veröffentlicht. Die Ergebnisse der letzten Kartierung in den Jahren 2000-02 mit der Auswertung von über 150 Brutvogelarten wurde in einem 167-seitigen pdf-Dokument auf der Website der OAB veröffentlicht und kann am Ende dieses Artikels heruntergeladen werden.

Nachstehend die Ergebnisse der Kartierung 2000-2002 von vier ausgewählten Arten:

Fazit ist, dass sich die Langstreckenzieher (wie z. B. Waldlaubsänger, Fitis, Gelbspötter, Feldschwirl) weiterhin aus dem Bodenseegebiet zurückziehen, Offenlandvögel weiterhin z. T. dramatische Bestandeseinbussen erlitten und Bodenbrüter (wie z. B. Feldlerche und Fitis) in den meisten Fällen rückläufige Bestände aufweisen. Andere Arten, wie z. B. die Mönchsgrasmücke (Kurzstreckenzieher, Baumbrüter) haben signifikant zugenommen, während die Gartengrasmücke (Langstreckenzieher, Baumbrüter) rückläufig ist. Überraschend ist ferner der drastische Bestandesverlust beim Haussperling, der bis anhin häufigsten Vogelart im Bodenseegebiet.

Die 4. Brutvogelkartierung wird nun – nach zehn Jahren wieder – aufzeigen, inwiefern und bei welchen Arten Veränderungen eingetreten sind.

↓↓ Brutvogelatlas Bodensee 2000 (pdf-Datei, 4.91 Mb)

„ornitho.de“ – in Deutschland bald online

Monitoring-Rundbrief 1/2010 DDADie Online-Eingabeplattform www.ornitho.ch für Vogelbeobachtungen hat sich in der Schweiz bestens etabliert. Über 2’700’000 Einzeldaten sind bereits in der Datenbank aufgenommen, von mittlerweile über 5’500 eingeschriebenen Melderinnen und Meldern. Die ornitho-Familie wächst weiterhin und nach der erfolgreichen Integration in Italien, Katalonien und mehreren Regionen in Frankreich wird mit Deutschland ein wichtiger Länderpartner mehr dem Verbund angehören.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) hat in seinem Monitoring-Rundbrief 1/2010 über die geplante Integration von „ornitho.de“ ausführlich berichtet. Lesen Sie den Artikel in der beiliegenden pdf-Datei.

↓↓ ornitho.de – Auszug aus dem Monitoring-Rundbrief 1/2010 DDA (pdf-Datei, 622 KB)