Einzug sensibler Brutvögel im Klettgau Schaffhausen

Schwarzkehlchen, Männchen, 04.04.2009, Neunkirch SH (Foto S. Trösch)

Der Klettgau im Kanton Schaffhausen ist bekannt durch das seit anfangs der 1990er laufende – und ab 2007 vorübergehend ausgesetzte – Wiederansiedelungsprojekt für das bedrohte Rebhuhn. Die seither unter intensiven Bemühungen der Vogelwarte Sempach, des Kantons Schaffhausens und in Zusammenarbeit mit vielen Landwirten entstandenen ökologischen Ausgleichsflächen haben nicht nur für das Rebhuhn wichtige Lebensräume geschaffen, sondern nach und nach auch sensible Singvögel angezogen. Dieser Tage ist das Schwarzkehlchen wieder eingetrofffen (am 25.03.10 sind 9 Ind. in etwa sieben Revieren anwesend) und auch die ersten Grauammern machen mit ihrem eigentümlichen Gesang auf sich aufmerksam. In den Feldfluren singen seit geraumer Zeit zahlreiche Feldlerchen und im Laufe der nächsten Wochen dürften weitere interessante Brutvögel im Gebiet eintreffen.

Die nachstehenden Karten zeigen die aktuellen Beobachtungen (bis 25.03.2010) des Schwarzkehlchens und der Grauammer in der Schweiz. Beachte die lückenhafte, an besondere Biotopformen (z. B. Buntbrachen mit Büschen) gebundene Verbreitung der Grauammer. Quelle: www.ornitho.ch.

Schwarzkehlchen, Beobachtungen bis 25.03.10 in der Schweiz (Quelle: http://www.ornitho.ch)
Grauammer, Beobachtungen im März 2010 in der Schweiz (Quelle: http://www.ornitho.ch)

11 Vogelarten an einer schneefreien Stelle im Dorf

Kiebitz, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)

Die fast einwöchige Bise, begleitet von einem erneuten Wintereinbruch mit Schnee und Minustemperaturen, nahm am 12.03.2010 ihr (vorläufiges) Ende. Die Landschaft zeigt sich immer noch teilweise schneebedeckt. Im schaffhauser Dorf Hofen, an der nordöstlichen Kantonsgrenze zu Baden-Württemberg gelegen, wurde mitten im Dorf auf einer Wiese neben der Hauptstrasse die oberste Schicht abgetragen. Nicht weniger als 11 Vogelarten gesellten sich unter dem Nahrungsdruck zu einem Stelldichein. Allerdings erfolgte die Nahrungssuche  nicht ohne aggressives Verhalten (Futterneid). Vor allem die Kiebitze zeigten sich sehr aggressiv, sowohl gegenüber ihren Artgenossen als auch gegen alle anderen Vögel. Ein Kiebitz wurde am Auge verletzt auf der gegenüberliegenden Strassenseite bei einem Bauernhof angetroffen. Er konnte nicht gegriffen werden und flog davon.

Folgende Arten waren über Mittag und innert einer Stunde zu sehen:

1 Rotmilan, 3 Mäusebussarde, 8 Kiebitze, 1 Wiesenpieper, 20 Bachstelzen, 1 Hausrotschwanz, 1 Schwarzkehlchen, 5 Wacholderdrosseln, 10 Singdrosseln, 2 Rabenkrähen und 30 Stare.

Wiesenpieper, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)
11 Vogelarten am 12.03.2010 auf diesem Feld bei Hofen SH (Foto S. Trösch)
Kiebitz und Wacholderdrossel, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)
Schwarzkehlchen, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)
Schwarzkehlchen, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)
Singdrossel, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)
Singdrossel, 12.03.2010, Hofen SH (Foto S. Trösch)