Krauskopfpelikan wieder im Rheindelta

Krauskopfpelikan, 20.04.2010, Rheindelta (Foto S. Trösch)

Der am 10.04.2010 durch Hubert Salzgeber im Vorarlberger Rheindelta entdeckte Krauskopfpelikan kam nach einer „Ehrenrunde“ am Klingnauer Stausee (Schweiz, Kanton Aargau) am 12./13.04.2010 und einem kurzen Zwischenhalt am 19.04.2010 an der Radolfzeller Aachmündung / Moos D heute 20.04.2010 wieder an der Ort der Entdeckung zurück. Bei regnerischem Wetter hielt sich der Vogel bei den Pallisaden am Rheinspitz / Wetterwinkel auf (siehe Fotos von Stephan Trösch). Wohin es den Pelikan wohl noch ziehen wird?

[Nachträge vom 26.04.2010] Der Krauskopfpelikan scheint sich weiterhin im Vorarlberger Rheindelta aufzuhalten. Die weiteren Beobachtungsdaten sind: 21.04.2010, Rheinspitz (Stefan Werner) und 25.04.2010, Fussacher Bucht (Uwe Peting, Brigitte Weinert).

Krauskopfpelikan, 20.04.2010, Rheindelta (Foto S. Trösch)
Rheinmündung, 20.04.2010 (Foto S. Trösch)

Bei schönem Frühlingswetter (trotz Bewölkung und Schauerneigung) und angenehmen Temperaturen genoss ich den Tag im Vorarlberger Rheindelta. Rund 40km radelte ich mit dem Bike durch das Gebiet und erlebte einmal mehr die Vorteile dieser Fortbewegung. Ich startete um 06:00h beim Schleienloch und bis um 09:00h war ich an der Rheinmündung auf der rechten Dammseite bei Km 94.5. Ein Brachpieper flog rufend auf und insgesamt gegen 40 Schafstelzen waren zu sehen. An Limikolen lediglich 12 Grünschenkel und 2 Sandregenpfeifer. 2 Rohrweihen zogen frühmorgens über den See, am Nachmittag dann noch eine beim Rohrspitz. Danach besuchte ich die Fussacher Bucht beim „Hörnle“, wo interessanterweise keine Weissbart- und Trauerseeschwalben zu sehen waren (am 19.4.10 bei Moos 6 Weissbartseeschwalben und im Ermatinger Becken 7 Ind.). Bei der Lagune ein Trupp von rund 50 Schafstelzen (M.f.flava), darunter auch eine M.f.thunbergi und eine „Maskenstelze“ M.f. feldegg. Am Schilfrand zeigte sich ein Tüpfelsumpfhuhn und eine Wasserralle. Erste Teichrohrsänger sangen verhalten. Über Mittag beim Rohrspitzgrund / Glashaus eine uferlängs ziehende Wiesenweihe und im Höchster Ried ein erster Baumfalke. Fitis in den Riedgebieten recht zahlreich, mindestens 4 Kuckucke singend und im Wetterwinkel 16 Samtenten und sogar 2 Prachttaucher. Weitere Beobachtungen wie immer unter www.ornitho.ch.

Abschluss der Wasservogelzählungen 2009/2010

Eistaucher, 18.04.2010, Kesswil (Foto S. Trösch)

Am heutigen Sonntag, 18.04.2010, wurden am ganzen Bodensee zum letzten Mal in der Saison 2009/2010 die Wasservögel gezählt. Mein Zählgebiet liegt zwischen Uttwil und Münsterlingen, am schweizerischen Obersee, unter Ornithologen auch bekannt als die „Seetaucherstrecke“. Angesichts der günstigen Wetterlage und dem erwarteten Bootsverkehr war ich bereits nach sieben Uhr im Gebiet, das sich nun ohne die winterlichen Vogelmassen (v. a. Blässhühner, Reiher- und Tafelenten) präsentierte. Interessanterweise waren rund 650 Haubentaucher auf der Zählstrecke, jedoch zu 95% über einen Kilometer weit draussen auf dem See. Vor den Schilfzonen waren nur wenige balzende Paare zu sehen. Zwischen Güttingen und Uttwil hielten sich noch 29 Prachttaucher auf, die meisten im Prachtkleid. Auch von den mind. 3 überwinternden Eistauchern waren heute 2 immat. zu sehen, für einmal in günstiger Distanz für das Digiscoping. Die nächste Zählsaison beginnt im September 2010.

Ortolan, 18.04.2010, Kesswil (Foto S. Trösch)

Auffällig waren am Seeufer bei Kesswil ein Trupp von mind. 60 Schafstelzen (M.f.flava) sowie als kleine Überraschung an gleicher Stelle 4 Ortolane. Auf dem Heimweg suchte ich noch einige Äcker ab und entdeckte tatsächlich zwischen Güttingen und Kesswil einen Brachpieper und einen Steinschmätzer. Mein erster Frühlingsbesuch im Wollmatinger Ried bescherte mir einen Baumfalken und eine 2Y Kornweihe, ferner auch je einen singenden Schilfrohrsänger, Rohrschwirl und Grauspecht. Im Ermatinger Becken waren mind. 17 Grünschenkel, 1 Regenbrachvogel und 32 Grosse Brachvögel zu sehen.

Den angenehmen und recht milden Frühlingstag schloss ich mit einem Besuch der Radolfzeller Aachmündung bei Moos ab. Einige Limikolen, wie 9 Grünschenkel, 1 Rotschenkel, 2 Bruchwasserläufer, 1 Waldwasserläufer, 1 Kampfläufer und 3 Flussregenpfeifer, waren anwesend sowie ein Blaukehlchen, das sich leider nur kurz am Schilfrand zeigte.