Im Wollmatinger Ried — Der «Gottlieberweg» lädt zum Verweilen und Beobachten ein.

Am Gottlieberweg im Wollmatinger Ried, 19.10.2010 (Foto S. Trösch)

Das grösste und bekannteste Naturschutzgebiet im Bodenseegebiet ist das Wollmatinger Ried. Es liegt westlich der Stadt Konstanz und erstreckt sich vom Stadtrand Konstanz rund 4 Kilometer in nordwestliche Richtung bis Hegne. Die Strasse zur Insel Reichenau mit ihrer markanten Pappelallee trennt das Gebiet zwischen dem Ermatinger Becken und dem Gnadensee mit der Hegnebucht. Das 767 ha grosse Naturschutzgebiet unterliegt strengen Schutzrichtlinien und kann nur unter fachkundiger Leitung besucht werden. Im Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried, das im ehemaligen Bahnhof Reichenau untergebracht ist, finden BesucherInnen und Interessierte eine permanente Ausstellung über Fauna und Flora des Wollmatinger Riedes, das als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung zählt und neben anderen Auszeichnungen 1968 auch das Europadiplom verliehen erhielt.


Tagpfauenauge am Gottlieberweg an einem Sonntag mit über 20°C, 03.04.2011 (Foto S. Trösch).

Wollmatinger Ried, Information beim Gottlieberweg (Foto S. Trösch)
Gottlieberweg mit morgendlichem Nebel, 03.04.2011 (Foto S. Trösch)
Gottlieberweg mit Morgennebel am 03.04.2011 (Foto S. Trösch)

Öffentlich zugänglich und einen guten Einblick in das Gebiet bietend ist der rund 1,2km lange, in SW-NE-Richtung verlaufende „Gottlieberweg“ mit Ausgangspunkt bei der Kläranlage Konstanz. Er führt entlang des Klärkanals und der Riedwiesen bis zum Seerhein gegenüber Gottlieben und kann sowohl bequem zu Fuss begangen als auch mit dem Fahrrad befahren werden. Mehrere farbige Informationstafeln entlang des Gottlieberweges klären Spaziergänger und an der Natur Interessierte über die Tier-, Vogel- und Pflanzenwelt im Ried auf. Sie fördern auch das Verständnis zur Entstehung des Wollmatinger Riedes mit seinen Besonderheiten.

Auskunft über öffentliche Führungen im Wollmatinger Ried geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NABU Zentrums Wollmatinger Ried.

NABU-Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried
Kindlebildstr. 87, D-78479 Reichenau
Tel. +49 (0)7531 – 78870
Kontakt: NABU@NABU-Wollmatingerried.de

Öffnungszeiten
Mo – Fr: 9 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr.
Sa – So/Feiertag: 13.00 – 15:30 Uhr (April – September; nach Vereinbarung von Oktober bis März)
» NABU Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried
» Beobachtungsinformationen für das WollmatingerRied (Birding Germany)
» Das Wollmatinger Ried in facebook
» Ausführliche Informationen zum Wollmatinger Ried in Wikipedia


Übersichtskarte des Wollmatinger Riedes und des Ermatinger Beckens (Quelle: map.geo.admin.ch)
1 = Ausgangspunkt zum Gottlieberweg bei der Klär- und Werkanlage Konstanz
2 = Gottlieberweg
3 = NABU Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried im ehemaligen Bahnhof Reichenau
4 = Beobachtungsplattform auf der Ruine Schopflen, Reichenaudamm
5 = Beobachtungspunkt im Strandbad Triboltingen


Nahe des Gottlieberweges liegt ein künstlich angelegter Wiesenteich, der währen den Zugzeiten gerne von Limikolen aufgesucht wird. Die Informationstafeln beschreiben seinen Nutzen und Wirkung.

Schmucke und informative Wegweiser entlang des „Gottlieberweges“ im Wollmatinger Ried.

Regenbrachvogel, 03.04.2011, Wollmatinger Ried / Gottlieberweg (Foto S. Trösch)


Blick vom Gottlieberweg in die Riedwiesen mit Schottischen Hochlandrindern, 19.10.2010 (Foto S. Trösch)

Das Ermatinger Becken mit Blick zum Reichenaudamm mit der Ruine Schopflen in Bildmitte. Auf den Resten des mittelalterlichen Bauwerks wurde eine Beobachtungsplattform errichtet, die eine gute Sicht beidseits des Dammes bietet. Im Winterhalbjahr können von hier aus die eindrücklichen Wasservogelscharen oder die Schlafplätze vom Grossen Brachvogel und von Grossmöwen beobachtet werden (Foto S. Trösch, 26.12.2010).


Blick von der Beobachtungsplattform auf der Ruine Schopflen ins Ermatinger Becken und dem Wollmatinger Ried auf der linken Bildseite. In Bildmitte rechts der Thurgauer Seerücken oberhalb Ermatingen-Triboltingen (Foto S. Trösch, 18.12.2010).

Die Beobachtungsplattform auf der Ruine Schopflen bietet auch einen ausgezeichneten Blick in den Gnadensee mit der Hegnebucht im Vordergrund. In Bildmitte die Ortschaft Hegne mit dem Bodanrücken im Hintergrund. Zwei Informationstafeln auf der Plattform vermitteln Wissenswertes.

2. Rang für Bodensee-Team am 7. Birdrace Deutschland

Schwarzkopfmöwen unter Brachvögeln und Lachmöwen am 09.05.10 im Rheindelta (Foto S. Trösch)

Am Samstag, 09.05.2010, fand das 7. bundesweite Birdrace in Deutschland statt. Der vom Dachverband Deutscher Avifaunisten organisierte Anlass mit 135 Teams wurde von den Iron Birden mit 162 beobachteten Arten in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Auf dem 2. Rang folgten – punktegleich mit dem Team Havelland – die Southernmost Lakers vom Bodensee. Diesem Team gehörten Stefan Werner, Hans-Günther Bauer und Stephan Trösch an. Sie beobachteten innerhalb von 24 Stunden 159 Vogelarten im Bodenseegebiet (Untersee, Hegau, Wollmatinger Ried, Seetaucherstrecke, Vorarlberger Rheindelta sowie im erweiterten Bodenseegebiet mit der Grenzregion Schaffhausen, Klettgau und den Randenhochflächen). Zu den Rosinen dieser sehr reichhaltigen Artenliste zählten u. a. Weissbartseeschwalbe, Weissflügelseeschwalbe, Wiesenweihe, Ortolan, Purpurreiher, Nachtreiher und Stelzenläufer. Das Wetter präsentierte sich an diesem Tag – inmitten von Regentagen – von seiner besten Seite und war mitverantwortlich für das sehr gute Ergebnis. Die Artenliste der Southernmost Lakers kann nachstehend heruntergeladen werden.

↓↓ Birdrace 2010 BRD Artenliste

Ausschau nach Seetauchern bei Kesswil TG, 09.05.2010 (Foto S. Trösch)

Abschluss der Wasservogelzählungen 2009/2010

Eistaucher, 18.04.2010, Kesswil (Foto S. Trösch)

Am heutigen Sonntag, 18.04.2010, wurden am ganzen Bodensee zum letzten Mal in der Saison 2009/2010 die Wasservögel gezählt. Mein Zählgebiet liegt zwischen Uttwil und Münsterlingen, am schweizerischen Obersee, unter Ornithologen auch bekannt als die „Seetaucherstrecke“. Angesichts der günstigen Wetterlage und dem erwarteten Bootsverkehr war ich bereits nach sieben Uhr im Gebiet, das sich nun ohne die winterlichen Vogelmassen (v. a. Blässhühner, Reiher- und Tafelenten) präsentierte. Interessanterweise waren rund 650 Haubentaucher auf der Zählstrecke, jedoch zu 95% über einen Kilometer weit draussen auf dem See. Vor den Schilfzonen waren nur wenige balzende Paare zu sehen. Zwischen Güttingen und Uttwil hielten sich noch 29 Prachttaucher auf, die meisten im Prachtkleid. Auch von den mind. 3 überwinternden Eistauchern waren heute 2 immat. zu sehen, für einmal in günstiger Distanz für das Digiscoping. Die nächste Zählsaison beginnt im September 2010.

Ortolan, 18.04.2010, Kesswil (Foto S. Trösch)

Auffällig waren am Seeufer bei Kesswil ein Trupp von mind. 60 Schafstelzen (M.f.flava) sowie als kleine Überraschung an gleicher Stelle 4 Ortolane. Auf dem Heimweg suchte ich noch einige Äcker ab und entdeckte tatsächlich zwischen Güttingen und Kesswil einen Brachpieper und einen Steinschmätzer. Mein erster Frühlingsbesuch im Wollmatinger Ried bescherte mir einen Baumfalken und eine 2Y Kornweihe, ferner auch je einen singenden Schilfrohrsänger, Rohrschwirl und Grauspecht. Im Ermatinger Becken waren mind. 17 Grünschenkel, 1 Regenbrachvogel und 32 Grosse Brachvögel zu sehen.

Den angenehmen und recht milden Frühlingstag schloss ich mit einem Besuch der Radolfzeller Aachmündung bei Moos ab. Einige Limikolen, wie 9 Grünschenkel, 1 Rotschenkel, 2 Bruchwasserläufer, 1 Waldwasserläufer, 1 Kampfläufer und 3 Flussregenpfeifer, waren anwesend sowie ein Blaukehlchen, das sich leider nur kurz am Schilfrand zeigte.